Angst ist nicht logisch

Angst ist nicht logisch

Zwangsentschleunigung: Wie die Corona-Krise uns zwingt, einen Gang runterzuschalten

Von jetzt auf gleich ist das Leben langsamer geworden. Termine sind abgesagt, das Office ist wie die meisten Geschäfte und Cafés geschlossen und gearbeitet wird nun im Pyjama Look all Day. Plötzlich sehen wir uns mit jener Entschleunigung konfrontiert, von der wir so viel gelesen, ja vielleicht sogar geträumt haben. Können wir sie auch annehmen?

Und plötzlich ist sie da, die Angst vor dem Ungewissen. So kann nicht nur das Virus selbst uns Angst machen, sondern auch der ungewohnte Stillstand. Wie damit umgehen?

>> Wie überbrückt man eine Krisensituation, von der keiner weiß, wie lange sie andauern wird? Wie arbeitet man an einer Zukunft, von der keiner weiß, wie sie beginnt?

Hätte man mich vor wenigen Wochen gefragt, wie wir uns den heutigen Tag vorstellen, so hätte sich wohl niemand auch nur annähernd das jetzige Szenario vorstellen können. Die Ausbreitung von Covid-19 und dessen weitere Eindämmung zwingen gerade (fast) die gesamte Welt zu drastischen Maßnahmen. Unser alltägliches und öffentliches Leben hat sich in kurzer Zeit radikal verändert. Wir haben jedoch das Privileg, in einem Land zu leben, in dem die Gesundheitsversorgung und Hygienestandards extrem fortschrittlich sind – und die Chance, dass es zu existenzbedrohenden Versorgungsengpässen kommt, ist sehr gering.

Wie entsteht also unsere Angst? Was ist der Angstkreislauf und was hält ihn aufrecht? Je mehr Klarheit du darüber bekommst, desto leichter kannst du diesen Kreislauf durchbrechen.

DIE NEUROBIOLOGIE DER ANGST

Angst ist nicht logisch

Unser Angstzentrum sitzt in der Mitte unseres Kopfes, im sogenannten Zwischenhirn. Dieses Angstsystem funktionierte schon, als wir noch in Höhlen lebten und vom Säbelzahntiger bedroht wurden. Vereinfacht dargestellt passiert dabei folgendes:

> Sobald die Amygdala etwas vermeintlich Gefährliches wahrnimmt, sagt sie dem Hypothalamus, dass er Stresshormone ausschicken soll.

> Der Hippocampus kramt in seinem Archiv und sucht die entsprechenden negativen Erinnerungen heraus. Kennst du die Gedanken, die plötzlich kommen und dich vor allen Dingen warnen, die passieren KÖNNTEN, wenn du jetzt dieses oder jenes tust oder eben nicht.

> Die Basalganglien steuern unsere Motorik und sind auch mit dem motorischen Cortex verbunden. Sie sind mitverantwortlich, wenn du dich starr vor Angst fühlst.

> Der Neocortex ist unser logisches Kontrollzentrum. Er erlaubt uns bei Entscheidungen alle Vor- und Nachteile abzuwiegen, Risiken einzuschätzen und kreative Lösungen zu suchen. Aber wenn das Angstzentrum einmal aktiviert ist, hilft uns das nicht wirklich weiter. Denn: Angst ist nicht logisch. Niemals.

Und manchmal  schießt die Amygdala eben übers Ziel hinaus und beschützt uns vor Dingen, die rein logisch betrachtet, gar nicht gefährlich sind.

>> Ursache sind automatisierte Programme, die im Hintergrund, also im Unterbewusstsein, ablaufen. Wir verhalten uns also „automatisch".










Hol dir 99 SELF CARE Tipps & Insights

Wahre Liebe beginnt bei dir selbst. Klingt total logisch, oder?

EIN BEISPIEL

Peter erfährt aus den Nachrichten von Corona. Er ist null vorbereitet und hat nie gelernt, sich in solch einer Krisen Situation richtig zu verhalten. Jetzt steigen negative Gedanken in ihm hoch: „Hoffentlich habe ich kein Corona! Was passiert, wenn ich mich mit dem Virus anstecke? Was brauche ich, um 10 Tage oder mehr allein zu überleben?

Das Kopfkino geht los. Sein Hippocampus sorgt dafür, dass er sich an alle Horrorszenarien, die er ausschliesslich aus Filmen kennt, erinnert. Was jetzt passiert? Die Crux ist, es spielt keine Rolle, ob es seine eigenen Erinnerungen sind. die Erzählung seiner Kollegen, oder einfach der letzte Horrorstreifen auf Netflix. Weil Peter hier bereits die Bilder in seinem Kopf gespeichert hat, ist er auch überzeugt, dass ihm das jederzeit passieren kann.

>> Die meisten von uns haben noch nie eine Pandemie erlebt. Die Angstspirale, läuft – zumindest solange sie unbewusst abläuft – automatisch. Du kannst jedoch in diesen Prozess jederzeit bewusst eingreifen und ihn dadurch verändern. Denn neue Gedanken erzeugen neue Gefühle. Neue Gefühle erzeugen andere Handlungen. Andere Handlungen führen zu neuen Erfahrungen, usw.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Personal Coaching Frauen (@catrinandjacob) am

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Personal Coaching Frauen (@catrinandjacob) am

3 TIPPS, WAS DU GEGEN DIE ANGST TUN KANNST

  1. Kontrollverlust

Wir sind es gewöhnt, fast alles kontrollieren zu können. Deshalb trifft die Corona-Krise uns so stark. Und gerade weil wir den Virus nicht greifen können, versuchen wir nun, uns mit Aktionismus zu schützen. Denn das Gefühl zu handeln gibt uns das Gefühl, ein Stück Kontrolle zurückzugewinnen.

  1. Tipp: Lenke deinen Aktionismus auf sinnvolle Aktivitäten: Such dir bewusst eher beruhigende Aktivitäten, die harmlos aber gerade sinnvoll sind.
  1. Emotionale Ansteckung

Die Verunsicherung verbreitet sich schneller als der Virus selbst. Psychologen nennen das Phänomen „emotionale Ansteckung“. Gemeint ist der Mechanismus, dass sich Gefühle anderer, auf uns selbst übertragen.

  1. Tipp: Halte Kontakt zu unaufgeregten Menschen, die besonnen mit der Situation umgehen und suche dir ganz bewusst positiv denkende Gesprächspartner.
  1. Reizüberflutung

Chaos begegnet uns gerade ständig in den Medien. Der Fokus liegt gerade auf dem Corona-Virus und das steigert Angst. Wir entwickeln die Vorstellung einer Katastrophe, die wir sonst nur aus Spielfilmen, Krisengebieten oder aus der Erzählung unserer Großeltern kennen.

  1. Tipp: Begrenze deinen Medienkonsum – setze auf seriöse Medien und Fakten.
Angst ist nicht logisch

WENN WIR ANDEREN HELFEN, FÜHLEN WIR UNS BESSER

Es ist eine Zeit der Fragen und Unruhe. Aber auch Zeit, wertzuschätzen und dankbar zu sein für das, was man hat. Und Solidarität zu zeigen mit anderen – im fernen und im ganz nahen Kreis. Schon jetzt ist die Zahl sich ständig ausweitender virtueller Nachbarschaftsnetzwerke, die auf sozialen Medien beruhen, beeindruckend. Dies ist eine Zeit, in der wir uns als Gemeinschaft definieren, in der wir die Gelegenheit haben, unseren sozialen Zusammenhalt zu stärken und unsere Grundwerte zu leben. In Zeiten wie diesen zeigt sich gesellschaftlich, wozu wir in der Lage sind, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Es zeigt sich, wie solidarisch wir jetzt handeln können und sollten. Lösungen findet man nur gemeinsam. Und mit Kreativität und Optimismus.

Herzlich,

Catrin

Vorheriger Beitrag
Was tun gegen trockene Hände
Nächster Beitrag
Selbstbewusstsein schlägt IQ

Wann hast du deinem eigenen Spiegelbild zuletzt eine ernst gemeinte Liebeserklärung gemacht?

Catrin Kreyss

Ich bin Catrin, Make up Artist, Coach und Online Unternehmerin. Nach 20 Jahren in der Modeindustrie weiß ich: Schönheit strahlt für mich aus einem Menschen heraus. Natürliche und wahre Schönheit kommt nicht nur von innen – sie beginnt auch dort.

Das könnte dich ebenso interessieren…

Menü

Der BEAUTY INSIDE OUT Workshop startet bald