HORMONYOGA – FINDE DEINE INNERE BALANCE

Wie wirkt Hormonyoga? Blogartikel Catrin and Jcob

Wechseljahre, Kinderwunsch, Periodenbeschwerden… Hormon Yoga ist grenzüberschreitend, es lindert Beschwerden in den Wechseljahren oder wirkt unterstützend bei unerfülltem Kinderwunsch. Hormon Yoga ist ein ganzheitlicher Stil, der durch bestimmte (Atem-) techniken und Übungen die Bildung weiblicher Hormone in den Eierstöcken oder in der Schilddrüse reaktivieren kann. Wie, das erklärt Anja Dittrich im Interview.

Interview mit Anja Dittrich

Anja, wie kam es dazu, dass du Hormon Yoga für dich entdeckt hast?

Wie so oft durch meine eigene Situation, meinen Kinderwunsch, der über zwei Jahre unerfüllt blieb. Diese ganzen Arztbesuche und Untersuchungen waren sehr belastend. Mit Hormon Yoga verlängerte ich so die erste Phase meiner Schwangerschaft, jedoch nach einem weiteren Abbruch mußte ich meine Situation neu betrachten. Und auch das gehört zum (Hormon) Yoga. Ich nahm mein Leben, meine Partnerschaft, meine Lebensidee genau unter die Lupe und stellte fest, dass ich zu dieser Zeit kein (zweites) Kind wollte.

"Ich sehe meine Lebensaufgabe darin Yoga zu verbreiten, andere Menschen von der Idee des Yoga zu begeistern und sie bei ihren Herausforderungen und Aufgaben zu unterstützen."

Anja, worin unterscheiden sich Hormon- und herkömmliche Yoga Stile?

Yoga wirkt grundsätzlich ganzheitlich: wir trainieren den Körper, bringen den Geist zur Ruhe, nehmen Kontakt auf zu unserem Inneren – unserer Seele. Es ist eine Praxis zur Erhaltung unserer Gesundheit und unterstützt uns körperlich, psychisch und emotional ins Gleichgewicht zu kommen. Hormon Yoga hat eine therapeutische Funktion. Hier arbeiten wir mit bestimmten Teilen unseres Körpers, nämlich den Hormondrüsen und den hormonproduzierenden Organen. Diese stehen bei den Übungen im Vordergrund, denn wir wollen sie gezielt ansprechen. Flexibilität und Kräftigung gibt es nebenbei dazu.

Welche Wirkungen können damit erzielt werden?

Durch die Übungen, eine Kombination aus Körperstellungen (Asanas), einer speziellen Atemtechnik (Bhastrika) und der Energielenkung (Prana), werden die Hormondrüsen und hormonproduzierenden Organe aktiviert. Da oft ein Mangel an Hormonen für die Beschwerden zugrunde liegt, spricht man häufig davon, dass die Hormonproduktion mit den Übungen gesteigert wird.

"Konkret: Hormon Yoga bringt die Produktion der Hormone in ihre natürliche Balance zurück."

Erklärst Du mir kurz diesen Gedanken?

Die Wechseljahre werden eingeleitet mit einem Rückgang von Östrogen und Progesteron. Ein über längere Zeit niedriger Östrogenspiegel kann zu Osteoporose und Arteriosklerose führen und eben auch zu den häufig auftretenden Hitzewallungen. Eine Steigerung des Östrogenspiegels wirkt diesen Folgen also entgegen.

Hormonyoga, bekannt durch Dinah Rodrigues, pusht alle Hormone gleichermaßen und ist vor allem für Frauen in den Wechseljahren geeignet?

Da die Übungen den Hormonhaushalt unterstützen in die Balance zu kommen oder in der Balance zu bleiben, können Frauen schon vor Beginn der Wechseljahre mit Hormon Yoga beginnen. So können die möglichen Folgen des Hormonrückgangs (z.B. Osteoporose) und die Begleiterscheinungen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen vermindert werden oder treten erst gar nicht auf.

Außerdem unterstützt Hormon Yoga Frauen mit Kinderwunsch, da auch hier der Hormonmangel für die Störungen in der Entwicklung der befruchteten Eizelle verantwortlich ist. Durch die angeregte Hormonproduktion mithilfe der Übungen wird die Entwicklung hin zum Embryo unterstützt.

Hormonelles Chaos hat viele Gründe – dementsprechend wird auf verschiedenste Arten und Weisen versucht, diese in Balance zu bringen. Warum ist Hormon Yoga für dich die richtige?

Hormon Yoga ist einfach so natürlich. Wir haben positiven Einfluss auf unseren Körper, finden zu einer gesünderen Ernährung, können durch den besseren Körperkontakt eher wahrnehmen und spüren, was uns gut tut oder wann Pausen angebracht sind. Und es eröffnet häufig neue Blickwinkel. Deshalb ist es für mich ein guter Weg.

Was sind Prana und Nadis genau? Was macht das mit mir?

Prana ist die Lebensenergie, die uns umgibt und die wir mit dem Atem aufnehmen können. Ich kann diese Energie nutzen, um mich z.B. zu aktivieren oder zu beruhigen, je nach Atemtechnik. Nadis sind die Kanäle, in denen die Energie durch unseren Körper fließt. (In anderen Traditionen kennt man Chi als Lebensenergie und Meridiane als Kanäle.)

"Prana ist die Lebensenergie, die uns umgibt und die wir mit dem Atem aufnehmen können. "

Wir nutzen also die Energie, um sie im Körper zu lenken. Auch ohne genau zu wissen, wo ein Organ sich befindet oder wo der Kanal verläuft, funktioniert die Energielenkung. Im Hormon Yoga visualisieren wir z.B. die Hypophyse in der Mitte des Kopfes und lassen die Energie mit der Ausatmung dorthin fließen, allein durch unsere Aufmerksamkeit.

Hast du ein Beispiel für mich?

Auch im Yoga herrscht zunehmend das Gefühl, Leistung zeigen zu müssen, alle Asanas „beherrschen” zu müssen. Welche Erfahrungen hast du mit dieser Entwicklung gemacht?

(Anja schmunzelt 😉 Ich sage immer: bei mir ist Yoga kein Brezel-verbiegen und kein Leistungssport. Wir praktizieren Yoga so, wie es jetzt gerade mit diesem Körper und in dieser Verfassung geht. Sei so, wie Du bist. Vielleicht ging es letzte Woche noch anders. Du kannst diese Feststellung anschauen, doch Du musst nicht mit gut, schlecht oder enttäuscht bewerten. Du kannst vielleicht Deine Schlüsse daraus ziehen, was dazu geführt hat -vielleicht Hektik oder eine ungünstige Körperhaltung, eine Erkältung – und dann etwas ändern.

Was hilft dir außerhalb der Yogamatte bei hormonellen Beschwerden?

Ich achte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, denn diese trägt auch zur Bildung von Hormonen und anderen wichtigen Botenstoffen bei. Und natürlich immer wieder Ruhephasen in den Alltag einbauen, das können auch einfach ein paar bewusste Atemzüge sein, und für einen guten Schlaf sorgen, damit der Körper und alle Zellen regenerieren und auch wirklich „ihre Arbeit“ machen können.

"Ich vertraue darauf, dass mein Körper sich selbst helfen kann."

Einsteiger oder Fortgeschrittene, Jung oder Alt: Für wen ist Hormon Yoga geeignet?

Auch als Einsteiger kannst Du Hormon Yoga praktizieren, Vorkenntnisse nicht nicht nötig. Die Körperhaltungen sind leicht zu erlernen und die spezielle Atemtechnik wird in den wenigsten „normalen“ Yoga Kursen geübt. Das Alter spielt weniger eine Rolle sondern eher die Situation: Hormon Yoga richtet sich an Frauen mit Kinderwunsch und vor / in den Wechseljahren.

Was ist aus deiner Sicht als Yogalehrerin der wichtigste Rat, den du einer Frau mit einer hormonellen Disbalance geben kannst?

Gehe zuerst zum Arzt und lasse abklären, ob eine organische Fehlfunktion oder eine bestimmte Erkrankung zugrunde liegt. Wenn das nicht der Fall ist, frage Dich, ob Hormon Yoga ein Weg für Dich sein kann: eine möglichst tägliche Übungspraxis, eine gesunde Ernährung, das Auseinandersetzen mit Dir und Deiner Situation, eine positive Lebenseinstellung, Vertrauen in Deinen Körper.

Das hast du sehr schön in Worte gefasst! Kannst du bitte noch erklären, wann man Hormonyoga besser nicht üben sollte?

Frauen mit einer starken Menstruation sollten an diesen Tagen besser nicht üben. Außerdem sollte Hormon Yoga grundsätzlich nicht bei Brustkrebs-Diagnose oder schwerer Endometriose praktiziert werden.

Moderne Frauen stehen unter starkem Druck, an jeder Front perfekt zu sein. Du siehst ziemlich perfekt aus – wie gehst du mit diesem Druck um?

Vielen Dank – doch was ist schon perfekt? Es ist doch eine Vorgabe der Gesellschaft, an die viele meinen sich halten zu müssen. Insbesondere Frauen sollen gut aussehen, Kinder bekommen, sie erziehen, arbeiten gehen, und dabei noch Führungsqualitäten beweisen, … Doch was möchte Frau wirklich? Und ich? Was möchte ich? Ich schaue und spüre, was perfekt für mich ist. Ich kündigte ich meinen Beamtenstatus und gehe heute in Schlumperhose ungestylt zum Bäcker 🙂

Was hat sich seither in deinem Leben verändert?

Ich bin glücklich in meiner Lebenssituation, mein Hormonhaushalt ist wieder im Gleichgewicht, ich genieße die beginnenden Wechseljahre und ich bin dabei voller Lebensfreude.
Wenn ich am Ende eines Hormon Yoga Kurses Rückmeldungen bekomme von gelasseneren und ausgeglichenen Frauen in den Wechseljahren, die besser schlafen, ihre Hitzewallungen regulieren können, weniger Stimmungsschwankungen haben und eine ganz neue Sicht auf diese wundervolle Zeit haben, weiß ich, wofür ich das alles mache und bin sehr glücklich. Und wenn mich vielleicht später noch eine Nachricht einer Frau erreicht, die in der 12.Woche ihrer Schwangerschaft ist – kullern mir vor Glück schonmal die Tränen ….

Hast Du Tipps to go? Die besten Yoga Apps?

Mach Yoga hauptsächlich außerhalb Deiner Matte, denn da bist Du die meiste Zeit. Atme bewusst, lächle, denke positiv, sorge für eine gute Körperhaltung, triff bewusste Entscheidungen. Um den passenden Yoga-Stil für Dich zu finden, probiere aus, nimm an verschiedenen Stunden teil. Eine App für Hormon Yoga gibt es noch nicht; dann ist das also nach dem Hormon Yoga Online-Kurs mein nächstes Projekt.

Lieben Dank.

Anja ist Mama,  Verhaltenstrainerin und Coach, naturheilkundlich geprüfte Fastenleiterin und Expertin für Yoga. Sie hilft Frauen, unsere innere Balance zu finden und gleichzeitig das neuerlangte Wissen für ein entspannt(er)es Leben zu nutzen.

 

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