Im Zweifel die Zweifel bezweifeln

Woher kommen Selbstzweifel

Selbstzweifel? Und ob! Ein Penny für die Gedanken der anderen! Hätte ich doch lieber eine Hose anziehen sollen? Und wäre das Shirt in weiß nicht viel freundlicher als schwarz? Und die Kollegin, zieht die nicht da drüben am Schreibtisch gerade skeptisch die Brauen zusammen? Herrje, ich hätte wenigstens meine Augenringe besser abdecken sollen. Peinlich, die denken jetzt bestimmt, ich krieg nichts auf die Reihe, ich bin eine Total Katastrophe.

Telepathisch begabt wärest du auch gern, als du ein paar Tage später mit einer Freundin im Café sitzt. Die bricht nämlich nach 30 Minuten schon wieder auf. Behauptet zwar, sie fühle sich nicht gut, doch du zweifelst: War das die Wahrheit, oder hast du was Falsches gesagt? Ist sie beleidigt?

Hab ich gestern zu viel gegessen? Bin ich overdressed? Underdressed? Oder einfach generell uninteressant? Warum mache ich mir ständig solche Sorgen, was andere über mich denken? Ist das nicht irgendwie gestört?

>> Die gute Nachricht: Willkommen im Club! Du bist nicht etwa paranoid oder egozentrisch. Darauf zu achten, wie unsere Mitmenschen über uns denken, ist völlig normal. Versprochen!!!! Nicht nur das. Wir können vermutlich gar nicht anders.










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Wahre Liebe beginnt bei dir selbst. Klingt total logisch, oder?

ÜBERLEBENSSTRATEGIE ZWEIFEL

Es ist eine Überlebensstrategie, sich nach sozialen Regeln zu verhalten und damit unserem gegenüber Bereitschaft zur Kooperation zu signalisieren. Wer als Stänkerer in Zeiten der Säbelzahntiger von der Sippe ausgeschlossen wurde, hat die nächste Nacht (möglicherweise) nicht überlebt.  Und nur diejenigen, die sich anpassten, konnten ihre Gene weitergeben – und ihr Bedürfnis nach Nähe befriedigen.

Ablehnung, Ausgrenzung und Einsamkeit sind für uns nicht zu ertragen. Der Wunsch nach Anerkennung und Bindung ist darüber hinaus überlebenswichtig. Alles Gründe, dass wir möglichst nicht anecken und im Verhalten anderer Leute nach Bestätigung suchen, nach kleinen Hinweisen, dass wir gerade alles richtig machen. Finden wir da nichts oder vermuten gar Missbilligung, macht uns das nervös. Sehr.

FRAUEN VS. MÄNNER

Das Entwerfen von „Worst Case“-Szenarios liegt in unseren Genen. Konkret bedeutet das, unser Gehirn neigt zu katastrophischem Denken. Warum? Ganz einfach! Unsere Vorfahren mussten sich Gedanken darüber machen, ob die wunderschönen blauen Beeren genießbar oder giftig sind, und ob hinter dem nächsten Busch womöglich ein Löwe lauert.

Was uns heute also bleibt ist der Gedankensturm, auch wenn die Dichte von giftigen Früchten und Raubtieren eher vernachlässigbar geworden ist. Besonders wir Frauen neigen dazu, uns über das Urteil der anderen den Kopf sprichwörtlich u zerbrechen. Diverse Studien beweisen, Frauen gehen zu selbstkritisch mit sich um. Deshalb sind wir leichter zu verunsichern. Vor allem, wenn wir glauben, einen Fehler gemacht zu haben oder irgendwie nicht gut genug zu sein, schon beginnt der Kreislauf Kopfkino.

Woher kommen Selbstzweifel

SELBSTZWEIFEL: JEDER HAT SIE, KEINER WILL SIE

Allein, wenn ich das weißt, gehts mir besser. Jeder Mensch hat Selbstzweifel. Das ist Fakt. Punkt. Das ist so und das wird immer so sein. Egal, wie erfolgreich, mutig oder selbstbewusst jemand auftritt. Glaub mir!

Nur selten wird es ungesund. Dann, wenn wir nicht aufhören können, alles zu hinterfragen und alles, was wir tun, zum Spielball der vermeintlichen Erwartungen der Umgebung machen. Fakt ist, wir bewerten uns meistens viel zu kritisch: Immer mache ich alles falsch. Sei bei solchen Gedanken konkret: In welchen Momenten kommen sie? Was sind die Auslöser? Und am wichtigsten: Sind diese Gedanken gerechtfertigt oder nicht? Benenne genau, in welcher Situation was schief gelaufen ist. Das nimmt Selbstzweifeln gleich die „Kraft der großen Unbekannten“. Je klarer die Auslöser sind, umso leichter wird es, Selbstzweifel loszulassen. Mein Tipp: Nenne im gleichen Gedankengang direkt zwei andere Dinge, die dir im Gegensatz gut gelungen sind.

Mit einer Prise Selbstzweifel können wir unser Handeln besser reflektieren, an unseren Fehlern wachsen und schützen uns selbst vor Überheblichkeit. Doch wie so oft im Leben kommt es auf die richtige Dosis an. Gewinnt unser strenger innerer Richter mit seinem negativen Urteil (dauerhaft) die Oberhand, kann uns das lähmen und regelrecht krank machen.

WAS DIE WISSENSCHAFT SAGT

Laut einer Studie sind gerade wir Frauen unsere schärfsten Kritiker. Viel zu oft und zu schnell machen wir uns kleiner als wir sind, wenn die innere Stimme alles, was wir tun, wie wir aussehen, wie wir sind, bewertet und mit negativen Gedanken abstraft.

Eine Umfrage des Instituts GfK Marktforschung im Auftrag der Apotheken Umschau, dass jede fünfte Frau (20,1 Prozent) fürchtet, in irgendeinem Bereich zu versagen. Von den Männern ängstigte dies nur jeden Siebenten (14,4 Prozent). Eine Studie der Arizona State University unter Studentinnen und Studenten kam zu dem Schluss, dass Frauen ihre eigene Intelligenz niedriger einstufen als Männer.

 

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DER INNERE RICHTER ODER WIE ENTSTEHEN SELBSTZWEIFEL

An der Universität Heidelberg wurden Männer und Frauen in simulierten Bewerbungstests und Vorstellungsgesprächen miteinander verglichen. Das Ergebnis: Männer können ihre Leistungen realistischer als Frauen einschätzen. So hielten sich die männlichen Studienteilnehmer auch für erfolgreicher, je besser sie tatsächlich abschnitten. Frauen fällten ihr Urteil ohne diesen Zusammenhang.

Laut der Studie verglichen sich die Männer mit der tatsächlichen Konkurrenz und stellten dann fest: „Ich war doch ganz gut. Andere können das auch nicht besser.“ Die Frauen hingegen entwarfen für sich in ihrer Vorstellung einen idealen Bewerber und schnitten in diesem Vergleich dann logischerweise schlecht ab. Denn wer keinerlei Wissenslücken und Schwächen bei sich duldet, bleibt zwangsläufig hinter seinen Ansprüchen zurück.

Als ich jung war, warb die Lebensmittelmarke DU DARFST mit dem Slogan Ich will so bleiben, wie ich bin. Inzwischen will kaum eine Frau bleiben, wie sie ist.

Medien entwerfen seit Jahrzehnten das perfekte Bild der Frau. Topmodel-Sendungen, Werbeplakate, Frauenzeitschriften – die Botschaft ist immer dieselbe: strebe nach Perfektion. Und dann gleich nochmal. Als ich jung war, warb die Lebensmittelmarke DU DARFST mit dem Slogan Ich will so bleiben, wie ich bin. Inzwischen will kaum eine Frau bleiben, wie sie ist.

Was ist perfekt? Jeder sieht es anders. Schönheit kann viele Gesichter haben. Da existiert mehr als eine universelle Definition.

Historisch betrachtet, bezieht sich das Schönheitsideal immer auf den Aspekt der Unerreichbarkeit. Diätprodukte, Fitnessprogramme, Schlankheitspillen, Selbsthilfebücher, Abnehm- & Fittness-Apps oder einfach plastische Chirurgie. In gewisser Weise wird ein Problem konstruiert, um daraufhin die Lösung anzubieten. Das eigentliche Problem liegt in den gesellschaftlichen Normen und Werten.

Schönheit strahlt für mich aus einem Menschen heraus. Natürliche und wahre Schönheit kommt nicht nur von innen – sie beginnt auch dort. Es ist kein rein optisches Kriterium, sondern hat immer Bezug auf den Menschen. Und, Schönheit hat nichts mit Perfektion zu tun, sondern mit Ausstrahlung. Z.B. wer öfter lacht, sieht einfach besser aus.

Am Ende spielt es ja eh keine Rolle, ob man selbst so gut ist, wie man immer geglaubt hat, solange alles am Ende so gut wird, wie es eben möglich ist. Und mit Selbstliebe ist das viel wahrscheinlicher.

Mach dir Freude

Herzlich, Catrin

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Wann hast du deinem eigenen Spiegelbild zuletzt eine ernst gemeinte Liebeserklärung gemacht?

Catrin Kreyss

Ich bin Catrin, Make up Artist, Coach und Online Unternehmerin. Nach 20 Jahren in der Modeindustrie weiß ich: Schönheit strahlt für mich aus einem Menschen heraus. Natürliche und wahre Schönheit kommt nicht nur von innen – sie beginnt auch dort.

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