NATURKOSMETIK – DIE WICHTIGSTEN FRAGEN

Naturkosmetik - die wichtigsten Fragen

MAG HAUT LIEBER NATURKOSMETIK?

Pflege sollte zuerst deiner Haut angepasst sein, individuell ungeeignete Produkte findest du in jedem Regal.

Wasser gilt bspw. als natürliche Zutat. Seit September 2017 existiert eine ISO Norm für Natur- und Bio Kosmetik, die unter anderem Kriterien für natürliche und ökologische Kosmetikbestandteile und Produkte definiert und ermöglicht, den Anteil natürlicher Substanzen zu berechnen. Verpflichtend ist sie jedoch nicht. Nach der ISO-Norm zählt auch Wasser zu den natürlichen Zutaten. Auf den Markt kommen seither immer mehr Produkte, die bis zu 95 Prozent Wasser enthalten und als Naturkosmetik gelten.

Darüber hinaus: Einzelne Inhaltsstoffe müssen bei Kosmetik nicht prozentual aufgelistet werden. Ein Beispiel: Wenn du einen Himbeerjoghurt ißt, steht drauf, wie viel Prozent Himbeeren, Himbeerzubereitung oder -pulver enthalten ist.  Bei Kosmetik ist das nicht der Fall. Zwar werden die Inhaltsstoffe bezogen aufs Gewicht nach abnehmender Menge aufgereiht. Aber wieviel Aloe Vera in einem Aloe-Vera-Produkt nun drinsteckt, ist nicht ersichtlich.

Oft ist also nur schwer durchschaubar, wie viel Natürlichkeit ein Produkt enthält.

IST NATURKOSMETIK BESSER ALS EINE HERKÖMMLICHE CREME?

Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten. Denn Begriffe wie “natürlicher Ursprung”, “natural” oder “pur” sind nicht gesetzlich geschützt. Auch “bio” ist im Kosmetikbereich nicht staatlich geregelt. Folglich kann erst einmal jeder Hersteller mit diesen Bezeichnungen werben, der von der wachsenden Nachfrage nach Ökoprodukten profitieren will.

Allerdings: Nicht nur für Naturkosmetik, sondern für Kosmetik allgemein gilt, dass der Verbraucher nicht getäuscht werden darf. So wurde bereits 2012 einem großen deutschen Hersteller gerichtlich untersagt, für eine Pflegeserie mit “pure & natural” zu werben, obwohl chemische Zusatzstoffe in dem Produkt enthalten waren.

Aus wissenschaftlicher als auch rechtlicher Sicht sind Naturkosmetik als auch konventionelle Kosmetik gleichwertig. Das häufigst genannte Argument für Naturkosmetik ist der Verzicht auf synthetisch hergestellte Zusatzstoffe, denen schädigende Effekte nachgesagt werden. Hinzu kommen selbstverständlich Umweltfreundlichkeit, etwa weil auf Substanzen verzichtet wird, die wiederum unsere Umwelt (Wasser) belasten, und gesellschaftliches Engagement durch Fair Trade Zutaten. Darüber hinaus gehen von Naturkosmetik wichtige Impulse für eine nachhaltige Produktion aus.

Der Vorwurf in konventioneller Kosmetik würden schädigende Substanzen stecken, ist jedoch nicht ganz richtig. Alle kosmetischen Produkte müssen den gleichen gesetzlichen Anforderungen genügen. Und sind so gesehen gleichermaßen (un)sicher und (un)verträglich.

SCHONT NATURKOSMETIK DIE UMWELT?

Ja. Zertifizierte Naturkosmetik verbietet kategorisch synthetische Inhaltsstoffe – bspw. chemische UV Filter – die in Hawaii mittlerweile nicht mehr benutzt werden dürfen, da sie laut aktuellen Studien Korallen schaden. Weiterhin sämtliche Formen von Kunststoff, die aus Mikroplastik im Meer landen können.

Nach einer Schätzung des Frauenhofer- Instituts rangiert Kosmetik bisher als Verursacher von Mikroplastik Müll auf Platz 17, doch in der weltweiten Summe bedeutet auch das Aber-Millionen Tonnen. Ursache sind hier nicht allein Peelings. sondern nahezu alle konventionellen Cremes, Make up`s, Duschgele und Shampoos in denen feste und flüssige Kunststoffe etwa als Hautglätter, Konsistenzverbesserer oder Glanzgeber dienen.

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WIRKT PFLANZLICHE PFLEGE SO GUT WIE HERKÖMMLICHE KOSMETIK?

Ja. Auch hier gibt es, wie im Leben üblich Ausnahmen. In meiner Erinnerung, mussten wir zu Beginn der Naturkosmetik oft mit schlecht einziehenden, pastenartigen Cremes herumschlagen. Das ist lange her. Aufgrund neuer Entwicklungen stehen mehr natürliche bzw. naturnahe Rohstoffe zur Verfügung, die Produkte sind parallel erheblich wirksamer und anwenderfreundlich.

Nahezu alles was konventionelle Kosmetik heute bietet, gibt es ebenfalls auch mit Naturkosmetiksiegel. Das Gros der grünen Alternativen unterscheidet sich  im täglichen Gebrauch kaum von seiner Konkurrenz. Es existieren nur wenige Ausnahmen, wo die Produktauswahl kleiner oder weniger effizient ist.

Da bestimmte Tenside fehlen, schäumt etwa ein Naturshampoo weniger. Ein Puder ohne Mikrowachse aus Mineralöl lässt sich nicht so geschmeidig verteilen und haftet weniger stark. Und eine wasserfeste Mascara findet sich in der Naturkosmetik bisher nicht.

Einschränkungen gibt es hier durch nicht für Naturkosmetik zugelassene Wirkstoffe, wie etwa bei Antitranspirants, Sonnenschutzmitteln oder Haarfarbe.

WELCHE NATURKOSMETIK-SIEGEL GIBT ES, UND WAS SAGEN SIE AUS?

Zu den bekanntesten Siegeln zählen Natrue, BDIH oder Ecocert. Seit 2017 gibt es zudem den Cosmos-Standard. Dafür haben sich fünf europäische Naturkosmetiklabel-Organisationen – der BDIH, Ecocert, Cosmebio, ICEA und Soil Association – zusammengeschlossen, um sich auf Mindeststandards zu einigen.

Allen Naturkosmetik-Zertifizierungen ist gemein, dass ihre Rohstoffe größtenteils natürlichen Ursprungs sind. Das bedeutet, dass Inhaltsstoffe auf Erdölbasis, Silikone, gentechnisch veränderte Organismen und synthetische Fette, Öle und Duftstoffe tabu sind. “Bei Bio-Kosmetik muss zudem ein bestimmter – und je nach Label leicht unterschiedlich hoher – Anteil der Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau kommen”, sagt Schwartau.

Eine Übersicht über einige häufige Siegel und deren Bedeutung findet sich auf dieser Seite der Verbraucherzentrale.

WIE ERKENNST DU, WAS DRINSTECKT?

Eine Übersicht über kritische Stoffe und deren Bezeichnung findet sich in einer hier abrufbaren Auflistung der Verbraucherzentrale.

Inhaltsstoffe werden nach der internationalen Nomenklatur kosmetischer Inhaltsstoffe, kurz INCI, auf dem Produkt aufgelistet. Mikroplastik ist für den Verbraucher oft nur schwer zu erkennen. Es versteckt sich unter anderem hinter folgenden Begriffen: Polyethylene, Nylon, Polypropylene, Polystyrene oder Polyurethane.

Der BUND hat einen Einkaufsratgeber herausgegeben, in dem er Produkte auflistet, die Mikroplastik enthalten. Allerdings finden sich dort auch etliche Produkte mit flüssigen Kunststoffen, die zwar auch nicht gut für die Umwelt sind, streng genommen aber nicht als Mikroplastik gelten.

Sind hormonell wirksame Stoffe im Produkt? Das lässt sich mit einer App “Toxfox” des BUND checken.

Beim Entschlüsseln der Inhaltsstoffe hilft die App Codecheck.

Mehr Infos findest du hier, in einem  2018 von Ökotest herausgegebenen Heft zum Thema “Naturkosmetik”.

KÖNNEN WIR DEN SIEGELN TRAUEN?

Für Naturkosmetik greift – wie für Kosmetik generell – die europäische Kosmetikverordnung. Sie garantiert die Sicherheit kosmetischer Produkte. Ein spezielles Naturkosmetikgesetz gibt es nicht, dafür mehrere private Siegel. Viele von ihnen schränken den Einsatz einiger Stoffe deutlich ein, die bei konventionellen Kosmetika erlaubt sind.

Konventionelle Produkte werben offensiv mit natürlichen Inhaltsstoffen, setzen aber dennoch großteils synthetische Stoffe ein. Das ist schon mehr als ein gängiger Verkaufstrick, Verbraucher die Konservierungsstoffe oder Mikroplastik meiden, zu täuschen.

Auf der Packung abgedruckte Zertifikate wie bspw. vom BDIH, von Natrue oder Ecocert sollen helfen, echte Naturkosmetik kenntlich zu machen. In der Summe ist das System jedoch nicht transparent genug: Bei den Regeln gibt es einerseits eine große Schnittmenge, aber eigentlich kocht jeder Zertifizierer sein ganz eigenes Süppchen. An dem aktuellen Label-Wirrwarr verdienen vor allem die Zertifizierer. So ist bspw. die ewige Frage, wie hoch der Anteil der Zutaten aus ökologischem Anbau sein muss, sodass ein Produkt nicht nur als Natur-, sondern auch als Bio-Kosmetik ausgeschrieben werden darf, umstritten.

WIE SIEHT ES MIT DER HALTBARKEIT AUS?

Sie ist im Bereich der Naturkosmetik bisher begrenzt. Ursache ist hier der Verzicht auf synthetische Konservierungsstoffe. Die verbesserte Haltbarkeit wird von Herstellern von Naturkosmetik durch alternative Herstellungsmethoden, etwa die Verwendung ätherischer Öle oder Alkohol begründet. Zudem wird heute bei der Abfüllung von Naturkosmetik teilweise ein hoher technischer Aufwand betrieben – indem bspw. potenziell keimhaltige Luft mit Edelgas aus Tiegeln und Tuben verdrängt wird.

Das bedeutet für das Produkt, solange es ungeöffnet ist, gibt es keine nennenswerten Unterschiede mehr zu konventioneller Kosmetik. Nach dem Öffnen wird allerdings meist ein Verbrauch innerhalb von sechs Monaten empfohlen (gekennzeichnet durch das Bildeines geöffneten Tiegels, neben dem 6M/ 12M etc. steht).

LÖSEN PFLANZLICHE INHALTSSTOFFE HÄUFIGER ALLERGIEN AUS?

Ja. Wenngleich dieses Problem schon längst nicht allein bei Naturkosmetika auftritt. Ursache sind hier meist, ätherische Duft- als auch Konservierungsmittel die in Naturkosmetik eingesetzt werden. Reagiert die Haut empfindlich, muss es nicht gleich daran liegen, dass ein Schadstoff im Produkt steckt. Auch der Hauttyp spielt eine Rolle, der eine verträgt einen Stoff gut, der andere eben nicht. Harte Fakten, dass umstrittene Stoffe für die Gesundheit des Menschen schädlich sind, fehlen bislang oft.

Problematische Einzelstoffe, wie bspw. der Duftstoff Isoeugenol, werden in vielen konventionellen Produkten in einer synthetisch hergestellten Variante eingesetzt. Die allergene Wirkung ist hier jedoch identisch. Ausserdem sind Reaktionen auf konventionelle Konservierungsmittel ebenfalls häufig – also beide Produktweltenhaben letztendlich eine ähnlich allergen Bedeutung. In einem Fall jedoch macht sich Naturkosmetik an neuen Allergien bemerkbar: In ihrer Reaktion auf Propolis, bislang ein Problem von Imkern, mehren sich, seit viele naturkosmetische Präperate das Gold der Bienen als Heilmittel nutzen.

Gut tut, was gut tut.

Herzlich Catrin

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