Perfektionismus: Der Feind des Selbstwertes

Perfektionismus

Perfektionismus, Fluch oderSegen? Alle optimieren sich und ihr Leben, ihr Gesicht, ihre Launen, ihr Essen, ihren Partner oder ihre Ansichten so lange, bis der Anteil an jeglichem Fehlverhalten auf null gesenkt ist. Dieses perfekte Leben müssen wir daraufhin umgehend sharen, um die angemessene Huldigung zu erhalten: Wow! #reallifegasm.

Ab und zu hilft es, zu überlegen, wie groß das Universum ist.

Im Job stets erfolgreich sein, zu Hause eine liebevolle Mutter, Tochter oder Schwester. Den Haushalt staub- und fleckenfrei halten, den Partner als allzeit gut gelaunte Partnerin und Geliebte faszinieren. Woher nur kommt dieser Drang, alle Rollen perfekt bewältigen zu wollen?






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Was passiert, wenn wir uns wohlfühlen in unserer Haut?

Susanne Gaschke, „Zeit“-Autorin und Verfasserin des Buches „Die Emanzipationsfalle“, schreibt: „Wir sind die erste Frauengeneration, die mit allen Freiheiten aufgewachsen ist, für die die Emanzipationsbewegung gekämpft hat. Für uns galt, dass Mädchen alles können, alles dürfen, nichts müssen, was sie nicht wollen.“ Tatsache ist, viele Frauen leiden, anstatt sich freier und stärker zu fühlen, an ihrem selbst aufgelegten Optimierungswahn.

„Die heutige Frau müsste Superwoman heißen“, schreibt der Buchautor Stephan Grünewald in „Deutschland auf der Couch“, „wollte sie all die widersprüchlichen Anforderungen erfüllen, die an sie gestellt werden, die sie aber auch an sich selbst stellt.“ Das größte Problem dabei: All die täglichen Anforderungen die wir uns eigens auf unsere to do schreiben ist eine Aufgabe die in der Realität unlösbar ist. Geh doch mal einen Moment lang in dich, und erinnere dich, was du dir selbst aufgetragen hast; „Ich will, das jeder mich mag! Ich will, dass niemand schlecht über mich spricht! Ich will, dass alles was ich tue, für jedermann erfreulich und akzeptabel ist. Ich will nicht, dass man mich verletzt.“ Nun finde den Fehler.

Am Ende des Tages fühlen wir uns ausgepresst und haben das Gefühl, das ist nicht das Leben wie ich es mir vorgestellt habe.

Was also tun? Wäre es nicht an der Zeit, zu sagen: Ist okay so? Das ist es doch. Wir haben den höchsten Bio-Anteil im Mittagsmenü, das fortschrittlichste Körperbewusstsein und die minderheitenfreundlichste Mehrheitsbevölkerung.

Der entscheidende Schritt ist, sich eine einzige Frage zu stellen, „Wer erwartet etwas von mir?“ Das zu tun, bedeutet, all die Anforderungen zu erkennen, die von außen gestellt werden – oder wurden. Von den ehrgeizigen Eltern, der Familie. Dem ersten Freund, der sich nur mit einem schmücken wollte. Denn erst wenn man diese benennen kann, hat man die Chance, sich zu seinem eigentlichen Ich vorzutasten.

Perfektionismus - Der Feind des Selbstwertes

WAS DU TUN KANNST

SEI GNÄDIG MIT DIR SELBST

Höre auf, dich selbst zu zerfleischen, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll. Mein Mentor sagt hier:  Arbeite an deinen Stärken und vergiss die Schwächen. Denn was zählt: Chronische Selbstzweifel ziehen dich runter und machen dich mit jedem Mal unsicherer. Arbeite an deinen Stärken!

HÖRE AUF, DICH MIT ANDEREN ZU VERGLEICHEN

Jeder kann etwas – und manche eben etwas besser als andere. Da kannst du nichts machen. Talente sind ungleich verteilt. Das bedeutet aber nicht für dich, für Gerechtigkeit zu sorgen, sondern das Beste aus deinen eigenen Begabungen zu machen. Das ist genug. Versprochen!

BEHALTE DAS GROSSE GANZE IM AUGE

Viele Perfektionisten verzetteln sich in Details. Effekt: Das Projekt dauert länger als es sollte und die Sache wächst dir am Ende über den Kopf. Detailliebe führt immer zu einem Tunnelblick.

SETZ DIR REALISTISCHE ZIELE

Kein Mensch erwartet Wunder.. Warum also du? Es reicht, dass du versuchst, deine Sache gut zu machen. Nach dem Pareto Prinzip, reicht es bereits völlig aus, 80% zu geben – um sein Ziel zu erreichen. Was passiert wenn du auf die 100 gehst? Du schiebst wichtige Entscheidungen immer wieder auf, bis alles so ist, wie du es gern hättest. Und das passiert nie.

RECHNE DAMIT, FEHLER ZU MACHEN

Nullfehlertoleranz können sich allenfalls Götter leisten. Der Rest muss damit leben, Fehler zu machen. Du weißt: Aus Fehlern lernen wir oft mehr als aus Erfolgen. Sieh Sie sie also nicht als Feind, sondern als Chance. Denn nur so können wir uns entwickeln.

LERNE, MIT KRITIK UMZUGEHEN

Es ist falsch, dass Perfektion vor Kritik schützt. Es allen recht machen zu wollen, wirkt wie Nervengift: erst vernebelt es, dann lähmt es. Wenn du es versuchst, wirst du dich zwangsläufig verzetteln, dein Ziel aus den Augen verlieren und womöglich den respekt verlieren. Denn, wer sich jedem Widerstand beugt, besitzt weder Standfestigkeit noch Durchsetzungskraft.

BITTE UM HILFE

Keiner kann alles alleine schaffen. Es ist sogar Zeichen von Größe, seine eigenen Grenzen einzugestehen und um Hilfe zu bitten. Das macht uns zum Mensch.

HINTERFRAGE WENIGER

Man kann Probleme auch überanalysieren. Ich weiss das. Das ist eine Form von Detailversessenheit. Oder eine Form von Aufschieberitis: Aus Angst loslegen zu müssen und dann womöglich Fehler zu machen, wird einfach weiter analysiert. Nichts gegen Planung. Aber schau doch  noch mal genauer hin: betrügst du dich gerade selbst?

MACH ES EINFACH

Den Satz kannst du gern in seiner doppelten Bedeutung wörtlich nehmen: Leg endlich los – und verkomplizieren die Dinge nicht unnötig.

 

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WAS MIR HILFT?

Ab und zu hilft es, zu überlegen, wie groß das Universum ist. Im Vergleich zu einem selbst. Und sich nicht mehr ganz so ernst nehmen. Ich war auch eine von denen, die zu lange alles perfekt machen wollten. …Damit bin ich grandios gescheitert, und ich bin froh darüber.

Es heißt, dass Perfektionisten das Mittelmaß scheuen. Nur macht eigentlich gerade Perfektionismus das Leben nichtssagender und austauschbarer. Nach 20 Jahren im Modebusiness kenne ich das nur zu gut.

Daher weiß ich, dem Mittelmaß entkommt man eher, wenn man sich als einen Menschen mit Defiziten annimmt, die zur Weiterentwicklung anspornen. Dann wird man wirklich einzigartig. Auch für andere. Absolut unwiderstehlich wird Imperfektion nämlich, wenn man über vermeintliche Makel lachen kann. Wenn man nicht zu vertuschen versucht, dass man auch mal etwas nicht weiß oder dass man sich 10 Mal am Morgen den Wecker stellen muss.

Jeden Fehler, jeden Makel könnte man beheben oder vielleicht kaschieren.

Aber warum sollte ich? Fehler sind charmant, witzig, unvergleichlich. Sie erzählen die Geschichte eines Menschen. Fehler schaffen unvergessliche Momente, Perfektion übt Druck aus, auf alle, die ihren Ansprüchen nicht genügen können – oder wollen. Bleibt die Frage: mit welchem Ziel?

Mach dir Freude,

Catrin

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Wann hast du deinem eigenen Spiegelbild zuletzt eine ernst gemeinte Liebeserklärung gemacht?

Catrin Kreyss

Ich bin Catrin, Make up Artist, Coach und Online Unternehmerin. Nach 20 Jahren in der Modeindustrie weiß ich: Schönheit strahlt für mich aus einem Menschen heraus. Natürliche und wahre Schönheit kommt nicht nur von innen – sie beginnt auch dort.

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