Perfektionismus: Es genügt nicht, gut zu sein

Perfektionismus

„Perfektion existiert nicht“, sagte bereits im 19. Jahrhundert der französische Schriftsteller Alfred de Musset. „Nach ihr zu streben, ist die gefährlichste Art der Verrücktheit.“

Häufig ist Perfektionismus nicht der Schlüssel zum Erfolg, vielmehr der Quell allen Übels. Wer Perfektion anstrebt, erntet häufig Frustration.

ES GENÜGT NICHT, GUT ZU SEIN

Die Situationen kennt wahrscheinlich jeder: Die Freundin lässt die Bemerkung fallen, dass der Abend „in Ordnung“ gewesen sei – nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Die eine lässt solche Bemerkungen an sich abprallen und geht entspannt nach Hause. Die andere grübelt noch Stunden später drüber nach und entscheidet sich für eine schlaflose Nacht, aus Angst vor Mittelmäßigkeit.

Dass dieses Gedankenkarussell auf Dauer schadet, erklärt sich von selbst. Dass sie sogar das Leben verkürzen kann, weiß man erst seit einigen Jahren. Zu diesem Fazit kamen Prem Fry (Trinity Western Universität, Kanada) und Dominique Debats in 2009. Für ihre Studie verfolgten sie knapp sieben Jahre lang das Schicksal von 450 Personen. Fazit: Perfektionisten starben wesentlich früher.






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Zugegeben, es spricht nichts dagegen, alles richtig machen zu wollen. Doch wer sich immer nur mit 100 Prozent zufrieden gibt, der gesteht sich selbst keine Fehler ein. Er traut sich nicht aus der Deckung; hat Angst, nicht alles Recht zu machen. Wo es an Mut mangelt, entsteht nichts Neues. Die Crux, die Bereitschaft zum Misserfolg macht Erfolge erst möglich.

Die Gesellschaft ist das Eine, die persönliche Disposition das andere. Die Psychologie unterscheidet introvertierte und extravertierte Charaktere. Extravertierte erfahren sich stark durch Bestätigung in ihren mitmenschlichen Beziehungen, im Gegensatz zu Introvertierten, die in sich selbst Stabilität finden.

Wie ein Verstärker kann bei den Extravertierten die Erziehung der Eltern wirken, die ihre Anerkennung nur bei herausragenden Leistungen zeigten. Oder ihr Kind indirekt mit hohen Maßstäben unter Druck setzten.

Und da gibt es noch die "Schuld-Falle", in die gerade Frauen geraten. Wenn bspw. das Kind in der Schule nicht mitkommt, der Mann fremdgeht, wird Frau unterstellt, dass sie sich wohl nicht genug angestrengt hat, um das zu verhindern.

Das Ringen um Makellosigkeit führt zur Überlastung – Stress, sozialer Rückzug, Ess- und Schlafstörungen sowie Burnout und Depressionen können die Folgen sein. Und, wenn Perfektionisten ihre Ansprüche auch an andere richten, fühlen sich Freunde, Partner und Verwandte oft nicht ernst genommen. Der /die Perfektionist(in) wird dann zu dem unsympathischen Typ, der anderen immer den Spass verdirbt.

Perfektionismus

Der Weg raus ist nicht, einfach alle hohen Ansprüche abzusenken. Vielmehr sollten sich Perfektionisten überlegen, was sie eigentlich wollen, wo ihre Fähigkeiten liegen und wie viel Energie sie in einzelne Lebensbereiche investieren möchten. Im Klartext bedeutet das: Je nach persönlicher Schwerpunktsetzung kann es Bereiche geben, in denen du deine Ansprüche erhöhen kannst. Andererseits kannst du deine eigenen Grenzen anerkennen, in denen du nicht so gut bist.

Und eben das fällt Perfektionisten schwer. Perfektionisten wollen mit ihren Fähigkeiten punkten. Was hilft, lieber mehrere Sachen gut zu erledigen als nur eine perfekt, frei nach dem sogenannten Paretoprinzip. Es bedeutet: Für 80 Prozent einer Leistung braucht man lediglich 20 Prozent des gesamten Aufwands. Aber in die restlichen 20 Prozent muss man ganze 80 Prozent seiner Kraft stecken, damit das Ergebnis vollkommen wird. Die eingesparte Zeit / Energie kann man für andere Lebensbereiche nutzen, die vielleicht zu kurz gekommen sind.

Um im Alltag entgegenzuwirken, kannst du dem Perfektionismus selbst prüfen. Was hilft? Fragen wie z.B.

  • Ist mein Engagement in dieser Sache überhaupt sinnvoll oder nur stilvoll?
  • Hilft es mir, besser zu werden?
  • Oder dient es lediglich meinem Drang, mitreden zu können und gut dastehen zu müssen?

WIE DU PERFEKTIONISMUS ERKENNST:

PERFEKTIONISTEN EMPFINDEN SICH SELBST ALS FAUL

Viele Perfektionisten sind vorbildliche Workaholics. Das Wort „Pause“ ist außerhalb ihres Wortschatzes.

PERFEKTIONISTEN NEIGEN ZUR SELBSTAUSBEUTUNG

Überstunden und danach noch die restliche Arbeit mit nach Hause nehmen, um dort weiterzuarbeiten – Yes, ich bin dabei! Du weißt was folgt. Richtig?

PERFEKTIONISTEN TUN SICH SCHWER MIT KRITIK

Der größte Kritiker eines Perfektionisten, ist der Perfektionist selbst. Er hinterfragt alles was er tut. Er kann sich nicht vorstellen, dass jemand anderes den Job erledigen kann, wie nur er ihn tut.

PERFEKTIONISTEN NEHMEN ALLES PERSÖNLICH

Kritik oder einfach nur ein Scherz gibt es für Perfektionisten nicht. Jeder Kommentar, selbst ein Scherz wird sofort auf die eigene Person bezogen und ins Negative gedreht.

PERFEKTIONISTEN ARBEITEN GERN ALLEIN

Teamarbeit setzt ein gemeinsames Ziel voraus. Einem Perfektionisten fällt das schwer, denn er sieht sich selbst als Maß aller Dinge. An den Arbeiten anderer gibt es immer etwas auszusetzen, und eigentlich würde er/ sie ohnehin das gesamte Projekt lieber alleine in die Hand nehmen.

 

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MITTEL GEGEN PERFEKTIONISMUS: (SELBST)LEBE

Perfektionisten haben immer die Tendenz, sich in Aufgaben zu verzetteln oder sich in Details zu verlieren. Das kennne ich nur zu gut. Was mir hilft, mir Regeln und Zeitfenster zu setzen, damit ich bspw. die Arbeit nicht ins Wochenende oder meine Freizeit mitnehme.

Darüber hinaus, muss auch auch ich mich täglich üben, mir mehr Liebe meinen eigenen Unzulänglichkeiten und die der anderen zu geben.

Solltest du dich erkannt haben – mach dir ganz deutlich klar: Wer wirklich ein Perfektionismusproblem hat, für den oder die kann es wirklich schwer sein, da ohne professionelle Hilfe raus zu kommen. Und Hilfe annehmen, das ist kein Scheitern, sondern ein Schritt zur Selbsterkenntnis. (10 Ideen die dich in`s Tun bringen folgen nächste Woche!)

Mach dir Freude,

Catrin

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Wann hast du deinem eigenen Spiegelbild zuletzt eine ernst gemeinte Liebeserklärung gemacht?

Catrin Kreyss

Ich bin Catrin, Make up Artist, Coach und Online Unternehmerin. Nach 20 Jahren in der Modeindustrie weiß ich: Schönheit strahlt für mich aus einem Menschen heraus. Natürliche und wahre Schönheit kommt nicht nur von innen – sie beginnt auch dort.

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