Wer Make up Trägt, verdient mehr Geld

Wer Make up trägt verdient mehr Geld

DER ERSTE EINDRUCK

Niemand gibt es zu, doch Oberflächlichkeiten gehören zu unserem Leben wie die Millionen zu Dagobert Duck. Und dass ein geschminkter Look, genauso wie die Mode, die Wahrnehmung und den ersten Eindruck prägen, ist uns schon lange klar. Dennoch bevor wir jemanden kennenlernen, und auch nur ein Wort miteinander wechseln, beurteilen wir anhand des Aussehens, der Körpersprache das Gegenüber – um uns einen Eindruck zu verschaffen.

WAS DIE WISSENSCHAFT SAGT?

Es gibt Studien, die zeigen, dass hübsche Abschreiber in der Schule weniger hart bestraft werden als andere Kinder. Attraktive Studierende im Schnitt höhere akademische Grade erlangen. Schöne Menschen mehr und früher Sex haben und attraktive Frauen häufiger reiche und gebildetere Männer heiraten. Geschworene vor Gericht gutaussehende Menschen milder beurteilen (ausser wenn ihre Attraktivität bei ihrer Straftat eine Rolle spielte wie etwa bei Heiratsschwindlern). Das Erkennen attraktiver Merkmale ist dem Menschen angeboren: Schon Neugeborene bevorzugen solche Gesichter und widmen ihnen mehr Aufmerksamkeit als weniger attraktiven. So weit so gut. Oder?

Jetzt aber mal aufpassen! Männliche Beaus haben ein etwa 5% höheres Gehalt als ihre Kollegen mit Durchschnittsgesichtern, gutaussehende Frauen verdienen immerhin noch 4% mehr, haben dafür allerdings weniger Chancen auf eine Führungsposition. Im unteren Bereich der Schönheitsskala macht sich der Effekt noch deutlicher bemerkbar. Unattraktive Menschen müssen mitunter zwischen zehn und 16 Prozent Gehaltseinbußen in Kauf nehmen – unbewusst versteht sich. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Leuphana Universität Lüneburg. Was das bedeutet? Um die Chancengleichheit bei der Bewerbung zu erhöhen, ist es inzwischen eher üblich, kein Bewerbungsfoto beizulegen.

>> Ein Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle machte deutlich, dass anonyme Bewerbungen mehr Vielfalt in Unternehmen bringen. Denn ungerecht selektiert würde vor allem im ersten Schritt eines Bewerbungsverfahrens: Bei der Einladung zum Vorstellungsgespräch. Lebensläufe mit Fotos, Angaben zu Namen und Alter... Ein Bewerbungsfoto ist immer ein oberflächliches Kriterium. Denn Bilder setzen ganz zwangsläufig emotionale Assoziationen frei.

In Deutschland beschäftigt sich Sonja Bischoff schon seit Mitte der 1980er Jahre mit dem Zusammenhang von Aussehen und Karriere. Die emeritierte Professorin für Betriebswirtschaftslehre gibt alle paar Jahre die Studie Wer führt in (die) Zukunft? Männer und Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft in Deutschland heraus. Bei der ersten Erhebung 1986 gaben nur sechs Prozent der befragten Führungskräfte an, dass die äußere Erscheinung beim Karrierestart eine wichtige Rolle spiele. Bei der letzten Befragung waren es satte 32 Prozent, bei Frauen alleine gar 36 Prozent.

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„Kein anderer Erfolgsfaktor ist in so einem Maße wichtiger geworden wie die äußere Erscheinung „, sagt Bischoff. Und eindeutig korreliere das mit der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, in der das Visuelle immer wichtiger werde. „Wir leben nun einmal in einer Bilderwelt„, sagt die Forscherin.

Wie aber nun ihre Definition konkret aussieht? Ganz einfach, die äußere Erscheinung sei vielmehr ein gepflegtes Auftreten, Körperhaltung und bestimmte Soft Skills – sozusagen eine positive „Gesamtausstrahlung“. Kurz gesagt: Gepflegt sein lohnt sich. Immer – so oberflächlich das auch klingen mag. Aber: Selbstpflege wirkt allerdings nicht nur auf andere, sondern vor allem und gerade bei uns selbst. Eine Make up-Studie zeigt, dass dieser Effekt sogar so weit geht, dass uns Make up schlauer macht, konkret die Leistungen in Tests und Prüfungen verbessert.

WER MAKE-UP TRÄGT, VERDIENT MEHR GELD

Laut einer Studie, die im Wissenschafts-Journal „Research in Social Stratification and Mobility“ veröffentlicht wurde, wirkt sich bei Frauen Make-up auf das Gehalt aus – und zwar POSITIV! Make up zahlt sich also aus! Was allerdings klar sein dürfte: Hier ist nicht gemeint, sich mit Make up zu zuspachteln.

Was die Wissenschaftler nicht wussten, ist, dass es neben ungeschminkt und stark geschminkt auch einen gelungenen Nude Look gibt, der vorgibt, nahezu ungeschminkt zu sein. Der lässt sich mit einer leichten Textur von Foundation. Concealer und Puder erreichen. Klar ist, so vielfältig wie eine gute Foundation ist auch das Schönheitsideal und unsere ganz eigene Auffassung von Schönheit. Im Business stehen bedeutet heute nicht, überzeugt von ungeschminkter Haut zu sein. Genauso kann Frau klug und erfolgreich sein, indem sie Make-up-Trends folgt und ihren Typ mit Tricks und passenden Produkten unterstreicht – das stärkt auch das Selbstbewusstsein.

Wissen, Können, Geschick, Führungsqualitäten und manchmal auch ein wenig Glück sind die bedeutenden Faktoren. Und wer sich im Nude Look etwas nackt fühlt, der kann mit Klassikern wie einem roten Lippenstift Karriere machen.

>> Laut einer Umfrage im Jahr 2018, würden mehr als zwei Drittel der britischen Arbeitgeber eine weibliche Job-Aspirantin eher ablehnen, wenn diese zum Bewerbungsgespräch ungeschminkt käme. Eine weitere Umfrage ergab, dass Make-up ein wichtiges Einstellungskriterium bei einer Frau sei, wenn der Job mit Kundenkontakt verbunden wäre.

 

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STEIGERT MAKE UP SELBSTVERTRAUEN?

Machen attraktive Menschen in der Arbeitswelt von heute die besseren Karrieren? Steigt die hübschere Jungmanagerin schneller auf als die unscheinbarere? Nun, wenn man davon ausgeht, dass Personal- und andere Chefs auch nur Menschen sind, dann muss man diese Frage doch bejahen. Dress to impress ist unlängst bekannt. Wer sich in seiner Haut wohlfühlt und gleichzeitig das Gefühl hat, gut und professionell auszusehen, wird von anderen auch ebenso wahrgenommen und eingeschätzt.

Dahinter stehen zwei Effekte: Zum einen der Beauty is Beastly Effekt. Psychologen erklären sich dieses Phänomen mit dem sogenannten „What-is-beautiful-is-good“-Stereotyp. Gut aussehenden Menschen werden unterbewusst positive Eigenschaften wie Belastbarkeit, Fleiß und Vertrauen zugeordnet. Das zeigt die Studie „Beauty and the Labor Market“ von Daniel S. Hamermesh und Jeff E. Biddle, Forscher der Universität Texas und Michigan State University.

Dass Kompetenz keine Frage des Aussehens ist, scheinen wir also gern zu vergessen. Und doch sind es in erster Linie Frauen, die sich bei diesem Thema häufig zu Unrecht verteidigen müssen.

Noch stärker und wichtiger ist jedoch der Effekt auf die eigene Person. Make up verändert unser Auftreten. Die Ausstrahlung wird im Handumdrehen eine andere und wirkt nach außen – was unseren Mitmenschen nicht verborgen bleibt. Dieser Effekt wurde in unterschiedlichen Studien nachgewiesen. Frauen treten geschminkt selbstbewusster auf als ohne Makeup. Make up ist ein regelrechter Schub für das Selbstwertgefühl.

So weit, so simpel. Allerdings wurde ein weiterer weitaus interessanterer Punkt festgestellt: Makeup kann einen Effekt auf die kognitiven Fähigkeiten haben. Bleibt also die Frage: Macht Make-Up schlauer?

Wer Make up trägt, verdient mehr mehr

MACHT MAKE UP SCHLAUER?

Das klingt absurd, wurde aber tatsächlich nachgewiesen – und basiert auf dem oben beschriebenen Effekt. Für die Studie wurden Studentinnen einem Frage-Antwort Test zu einem festgelegten Kapitel aus einem Lehrbuch unterzogen.  Zuvor wurden sie in drei Gruppen unterteilt, die vor dem Test jeweils unterschiedlich beeinflusst wurden:

  • Eine Gruppe hörte positive und mitreißende Musik
  • Die zweite bekam Stifte und malte Gesichter aus
  • Die dritte und letzte Gruppe von Studentinnen sollte vor dem Test Make-up auftragen und sich so schminken, dass sie sich selbst schön finden.

Die Theorie: Make up steigert das Selbstwertgefühl. Und? Genau so war es auch. Die Frauen mit Makeup schnitten in dem Test am besten ab. Für die Forscher stand somit fest, dass Make-up schlauer machen und die Leistung in Tests oder Prüfungen positiv beeinflussen kann.

Doch, nimmt man es jetzt ganz genau, ist es natürlich nicht das Make-up, vielmehr ist es das gestiegene Selbstbewusstsein, das sich positiv auf die kognitiven Fähigkeiten auswirkt und so die Ergebnisse verbessert. Doch am Ende bleibt der Effekt.

 

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STOPTASTE!! WARUM ZU VIEL MAKE-UP DIE KARRIERECHANCEN WIEDERUM DRÜCKEN KANN?

>> Einer Studie ©Abertay University zufolge werden Frauen mit viel Make-up im Gesicht als schlechtere Führungskräfte eingeschätzt. Kurz, wer als Frau Karriere machen will, sollte sich womöglich bei Mascara und Lippenstift zurückhalten. Das will zumindest eine Studie der schottischen Abertay Universität herausgefunden haben. Demnach würde man Frauen mit viel Make-up im Gesicht tendenziell geringere Führungsqualitäten zusprechen.

>> Für die Studie zeigten die Wissenschaftler Probanden 16 verschiedene Bilderpaare. Eines ganz ohne Make-up, auf dem anderen war stark geschminkt. Anschließend sollten die Versuchsteilnehmer entscheiden, welche der beiden Frauen die bessere Führungskraft wäre. Die Frage lautete: Wie schätzen Sie das Karrierepotential dieser Frauen ein?

Es schätzten sowohl weibliche als auch männliche Betrachter jeweils die geschminkten Frauen als die weniger führungsgeeignet ein. Unabhängig davon, dass attraktive Personen bei Bewerbungen nachweislich besser abschneiden sollen, scheint Make-up – und besonders starkes Make-up – nicht von Vorteil zu sein.

WAS DAS FÜR DICH BEDEUTET?

Frag dich doch mal: Wie nutze ich die Erkenntnisse für mich? Ich will dir jetzt nicht sagen, dass du dich von nun an gezwungen sehen solltest, jeden Tag Make-up zu tragen. Sinnvoller ist es, die Wirkung in den Situationen zu nutzen, in denen es wirklich darauf ankommt. Das kann ein Vorstellungsgespräch, eine Prüfung oder einfach ein wichtiges Meeting für ein Projekt sein. Denn, aufgepasst! geht der positive Effekt nämlich schnell wieder verloren. Deine kognitiven Leistungsfähigkeit profitiert nur solange davon, wie du es gerne und freiwillig tust, um dich wohl zu fühlen. Sobald der Gedanke aufkommt Ich muss geht der Effekt verloren.

>> Unterschiedliche Kampagnen haben sich in der Vergangenheit bereits dafür eingesetzt, Schönheitsideale und Geschlechterstereotype zu kritisieren und zu durchbrechen. Z.B. „Always #LikeAGirl – Unstoppable“ sowie die Dove-Filme „Evolution“ und „Onslaught. Die Frage bleibt; wird hier ein gesellschaftlicher Beitrag geleistet oder geht es letztendlich um weitere Umsatzmaximierung? Wir werden sehen.

Laut Schätzungen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ist die Zahl der Schönheitsoperationen auf weit mehr als 800.000 im Jahr gestiegen. Auf Platz eins in der Beliebtheitsskala steht die Liposuktion – besser bekannt unter der Bezeichnung „Fettabsaugen“, trotz möglicher Komplikationen wie Infektionskrankheiten der Haut und Unterhaut, Thrombosen, Embolien oder in seltenen Fällen sogar Tod durch Verletzung innerer Organe.

Doch was in Deutschland als schön gilt, muss in anderen Ländern noch lange nicht gefallen; die Schönheitsideale sind nämlich von Kultur zu Kultur verschieden. Der Hamburger Schönheitschirurg Afschin Fatemi, Gründer von vier Fachkliniken für ästhetische Chirurgie in Deutschland, sagt: Es gibt kein allgemein gültiges Schönheitsideal. „Die Menschen möchten sich von der Masse abheben“. Schön ist eben, was schwer erreichbar ist.

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ZUM SCHLUSS: WAS ALSO TUN FÜR DEINE SELBSTPFLEGE?

Schon Goethe schrieb, Erfolg hat 3 Buchstaben: Tun. Wir alle wissen, Gesundheit wirkt attraktiv. Eine hochgewachsene Statur besitzt nicht jeder, an einer geraden Haltung kann jeder arbeiten. Auch eine gesunde Ernährung und Lebensweise sieht man uns an. Rauchen, Alkohol- oder Kaffeegenuss führen zu einer blassen Gesichtsfarbe.

  • Mache regelmäßig Sport. Oder steige auf dem Weg zur Arbeit eine Station früher aus und gehe ab heute zu Fuß.
  • Trinke genug Flüssigkeit. Bist du dehydriert, wirkt deine Haut schnell schlaff und fahl, die Gesichtsfarbe farblos. Auf deinem Arbeitsplatz sollte immer eine gefüllte Wasserflasche stehen, die dich ans Trinken erinnert.
  • Ernähre dich gesund. Im Alltag bedeutet das: Verzichte soweit möglich auf fett- und zuckerhaltige Lebensmittel und iss mittags doch einmal einen Salat. Essen
  • Mehr (Business) Beauty Hacks, meine ganz konkreten Insights erfährst du kommende Woche – bis dahin

Herzlich,

Catrin

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Wann hast du deinem eigenen Spiegelbild zuletzt eine ernst gemeinte Liebeserklärung gemacht?

Catrin Kreyss

Ich bin Catrin, Make up Artist, Coach und Online Unternehmerin. Nach 20 Jahren in der Modeindustrie weiß ich: Schönheit strahlt für mich aus einem Menschen heraus. Natürliche und wahre Schönheit kommt nicht nur von innen – sie beginnt auch dort.

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